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mal old trafford, mal amateure die pöbeln

christian soltow

Mit seinen jugendlichen 35 Jahren hat Starpfeife Christian Soltow immerhin schon Sir Alex Ferguson die Hand geschüttelt und Felix Magath einen Kurzplausch abgezwackt. Hat er uns erzählt. Und was er über Amateurkickern so denkt.

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btb: Herr Soltow, wie kommt ein Mann mit Bundesligaerfahrung an einem Samstagnachmittag auf den Hermann-Löns-Platz in Langenhorn?
Christian Soltow:
Seit ich meine Karriere beim DFB 2008 beendet habe, pfeife ich nur noch hier im Bezirk.

btb: Und wie fühlt es sich an, nicht mehr auf feinstem Rasen, sondern einem Grandacker zu stehen – und sich dieses Gekicke anzusehen?
Soltow: (lacht)
Vor allem staubig. Nein, im ernst, ich hab ja auch mal klein angefangen und weiß, wo ich herkomme. Ich pfeife aber nur ein bis zwei Mal im Monat, da ich auch noch Schiedsrichterbeobachter in der Oberliga bin und mich im Ausschuss um die Nachwuchsförderung kümmere.

wochenticker 29: news aus hamburg. cordi und lieth und so.

btb: Was ist für den Schiedsrichter im unterklassigen Bereich anders als bei den Profis?
Soltow: Der ein oder andere Spruch. Auf dem Platz darf man nicht so genau hinhören…

Auf dem Foto: Starschiri Christian Soltow (m.) und seine Assistenten Mirko (r.) und Maik Oliczewski

btb: Das heißt, die Wortwahl der Amateure ist rauer?
Soltow:
Sagen wir es so: Man wird plumper angepöbelt.

btb: Zurück zum großen Sport: Was war ihr schönstes Erlebnis als Schiedsrichter bzw. Assistent?
Soltow: Es gab einige schöne Momente, etwa in der Champions-League-Quali im Old Trafford. Da kam Sir Alex Ferguson vor dem Spiel noch in die Kabine und hat mit Dr. Markus Merk ein paar Worte auf Deutsch gewechselt. Aber auch ein Lokalderby in Teheran oder Spiele bei Lazio Rom oder in Istanbul waren besondere Erlebnisse. Und ganz besonders auch Spiele im Ostblock, wo man sonst ja nicht unbedingt hinkommt.

btb: Wie groß ist der Respekt der Profis vor den Schiedsrichtern?
Soltow: In der Bundesliga gibt es nicht viele Gespanne, deswegen hat man immer wiederkehrende Begegnungen. So stellt sich schon eine Akzeptanz ein.

btb: Und außerhalb des Platzes, gibt es da Kontakt zwischen Unparteiischen und Spielern?
Soltow: Eigentlich nicht, höchstens, wenn man im selben Hotel wie eine Mannschaft schläft. Aber dann auch eher mit den Trainern. Mit Felix Magath gab es in der Lobby durchaus mal en bisschen Smalltalk.

Das Gespräch führte Anant Agarwala

Benny Semmler

Papa, Blogger, Mitgründer FRISCHER FILM, Seniorenspieler USC Paloma, Mitglied UnterstützerClub des FC St. Pauli, Towers-Fan und Gotnexxt.de-Follower.