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BTB meets Bergmann #2: Das große Interview

BTB meets Bergmann #2: Das große Interview

BTB Meets Bergmann #2: Der Neu-Rostocker spricht über seine bisherigen Eindrücke, über die schweinische Hofbegehung bei Co-Trainer Andi Reinke und setzt seine persönliche Zielstellung.

 

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Herr Bergmann, sind Sie nach den ersten Tagen und Tests in der Systemfrage schon einen Schritt weiter?
Ich werde mich in der Systemfrage nicht festlegen, so wie Sie es wahrscheinlich meinen. Für mich ist das Wichtigste, dass die Mannschaft flexibel ist. Sie muss gewissermaßen wandelbar sein und schnell reagieren können. Das funktioniert nicht, wenn man sich starr auf ein System konzentriert. Aus einem 4-5-1 müssen wir auch schnell ein 4-4-2 formen können. Das schafft einen Alternativen. Der Spielgedanke ist dabei letztendlich entscheidend.

Die Frage richtet sich vor allem in Richtung der Sturmbesetzung. Drei Stürmer sind bereits im Kader, wird noch ein weiterer Angreifer gesucht?
Wenn wir einen interessanten Stürmertypen finden der zu uns passt besteht die Möglichkeit.

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Sprechen wir über die Jugend. Mit Edison Jordanov, Tom Weilandt und Kevin Müller sind junge Akteure gegangen. Wie viel Missmut war dabei?
Der Wechsel von Edi Jordanov war schon sehr ernüchternd. Gerade weil ich ihm im letzten Gespräch angemerkt habe, dass er wirklich überlegt hat in Rostock zu bleiben. Am Ende gaben glaube ich nur Nuancen den Ausschlag für seinen Wechsel. Aber nun kommen andere Jungs hoch. Neben den bisher aus der A-Jugend aufgerückten Spielern, bekommen auch die Innenverteidiger Nauermann und Pägelow ihre Chance. Ich hatte auch schon überlegt Christiansen mit hochzunehmen.

Ach was? Den 16-Jährigen?
Ja, am Ende hat der Kollege Kroos mir aber gesagt, dass der Junge noch ein wenig Zeit bräuchte. Ihm fehlt noch etwas die Substanz, deshalb bleibt er vorerst in der A-Jugend. Aber der Spieler ist sehr nahe dran und er weiß das auch. Aber er ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Verzahnung innerhalb der Trainer funktionieren muss. Roland Kroos kennt den Spieler natürlich viel besser als ich, deshalb war sein Rat unwahrscheinlich wichtig. Nichtsdestotrotz werden wir Max weiter beobachten, ich habe ihn total im Fokus, vielleicht ist er ja schon in drei Monaten reif für die erste Mannschaft.

Apropos Trainer, wie sieht es mit der Co-Trainer Personalie aus?
Momentan ist der Stand so, dass ich gemeinsam mit Andi Reinke als Duo in die Saison gehe. Es gab Kandidaten für den eigentlichen Co-Trainer Posten, doch die Personalien haben sich zerschlagen. Das Glück ist, dass Andi schon einmal eine Herrenmannschaft trainiert hat, das heißt, auch abseits des Torhütertrainings hat er seine Fähigkeiten. Dazu begleitet uns auch unser Physio Frank Scheller auf dem Platz, der für die Dehn- und Kraftübungen weitreichende Kompetenzen besitzt. Denkbar ist auch, dass Trainer aus dem Jugendbereich mit freien Kapazitäten mithelfen.

Sie denken an den U19-Trainer Roland Kroos?
Durchaus.

 

Bevor wir noch einmal auf die Jugend zu sprechen kommen, wie läuft die Arbeit mit Andi Reinke?
Es passt menschlich und sportlich einfach sehr gut. Beides im Einklang ist einfach unwahrscheinlich wichtig. Dazu besitzt Andi auch den regionalen Bezug und hat in seiner Karriere viele Erfahrungen gesammelt, die er den Jungs weitergeben kann. Ich habe mit ihm auch schon eine Hofbegehung bei ihm Zuhause absolviert. Es waren angenehme Gespräche im Schweinestall und zwischen den Ferkeln.

Was sagen Sie eigentlich zum Saisonauftakt gegen Holstein Kiel. Am 20. Juli ist ja soweit.
Es ist mir völlig egal, gegen wen wir spielen. Wir wollen zum Saisonbeginn bereit sein, der Gegner ist dabei unabhängig. Holstein Kiel hat eine sehr starke und souveräne Spielzeit hinter sich und eine gute Truppe. Interessant ist höchstens, dass mein ehemaliger Co-Trainer „Kalle“ Neitzel die Kieler jetzt betreut. Da gab es auch schon einen kleinen SMS-Wechsel.

Scheint ja auch ein guter Trainer zu sein, der Herr Neitzel.
Ja absolut, sonst hätte ich ja nicht mit ihm zusammen gearbeitet. (lacht)

So Herr Bergmann, mit welcher Zielstellung gehen Sie in Ihre erste Saison als Hansa-Trainer?
Eine tabellarische Zielstellung gibt es so nicht. Wir wollen einen schönen, offensiven und leidenschaftlichen Fußball spielen. Die Fans auf diese Weise zurück ins Stadion holen und sie begeistern. Dann kommen auch die anderen Erfolge.

Herr Bergmann, vielen Dank für dieses sehr lange und interessante Gespräch. Wir wünschen Ihnen alles Gute für die kommende Spielzeit. Und viel Spaß beim Training.

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Foto: Sebstian Heger
Hannes Hilbrecht

Hannes Hilbrecht schreibt und schrieb nebenbei für ZEIT ONLINE, NDR.de und den Berliner Tagesspiegel. Füllt ein Marketing-Magazin mit Liebe (GrowSmarter.de) Und er liest eine spannende Case Story genauso gerne wie den neuen Roman von Ralf Rothmann.