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Bornemann: „Ich kann sehr gut schlafen“

Mit den im Herbst gen Afrika abfliegenden Störchen hat sich auch das Glück von Holstein Kiel verabschiedet. Die Ostseestädter warten seit elf Spielen vergeblich auf einen Dreier, der Abstand auf die Abstiegsplätze schmolz in dieser Zeit beträchtlich. Von Panik ist an der Förde aber noch nichts zu spüren.

 

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Foto: calcio-culinaria.de

Wenn es einem nicht ganz so wohlergeht, dann freut man sich in der Regel über nett gemeinte Nachfragen der Gesprächspartner. Das tat auch Kiels Sportlicher-Leiter Andreas Bornemann, als sich BLOG-TRIFFT-BALL, vorbildlich wie immer, um den Zustand seiner Krisenklubs besorgte: „Es ist nett dass Sie sich für meine Schlafgewohnheiten interessieren. Aber ich kann Sie beruhigen, ich schlafe gut wie immer.“

Was so selbstverständlich klingt, ist in der heutigen Fußballwelt alles andere als der Normalzustand. Bei anderen Vereinen hätte wahrscheinlich der Manager bereits höchstpersönlich die Koffer des Trainers gepackt. Doch in Kiel ist es anders, und das liegt nicht nur an der entspannenden Ostseeluft, sondern auch an der Philosophie, die Kiel überhaupt erst in die dritte Liga katapultierte: „Wir gehen seit Jahren einen sehr überlegten Weg. Das war unser Erfolgsrezept und deshalb wird es bei uns auch keine Schnellschüsse geben“, lässt dazu Bornemann verlauten.

Dabei stärkte Bornemann, der im Februar sein vierjähriges Dienstjubiläum feiert, seinen Trainer den Rücken: „Wir werden nicht alle Ampeln auf Rot schalten und dann in die große Hektik verfallen. Die Mannschaft arbeitet sehr engagiert auf dem Trainingsplatz und die letzten Leistungen haben gezeigt, dass wir trotz der Rückschläge weiterhin gute Spiele abgeliefert haben.“

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Gute Spiele, wie zuletzt unter anderem gegen Ligaprimus Heidenheim, gab es in der Tat, bloß an den Ergebnissen hakt es seit Anfang September. Ein Grund: Die Verletztenmisere, die Kiel seit Wochen beschäftigt: So verletzten sich mit Andy Hebler, Jaroslav Lindner und Marlon Krause drei wichtige Spieler schwer, zudem zerrten immer wieder kleinere Blessuren am Kader der Kieler, so fällt auch noch Stammtorhüter Riedmüller mehrere Wochen aus. Für Bornemann kein Alibi, aber zumindest eine Erklärung für den Negativlauf: „Wir dürfen nicht vergessen, wir sind Aufsteiger. Wir haben nur wenige Spieler mit Profierfahrung und deshalb ist auch für die jüngeren Spieler schwerer, diese ganzen Ausfälle zu kompensieren.“

So kündigt der 42-Jährige Transferaktivitäten in der Winterpause an: „Ja wir werden im Kader Nachjustierungen vornehmen. Wir wollen dabei nicht nur die Breite des Kaders stärken, sondern im Gleichschritt die Qualität etwas erhöhen. Wir müssen ja auch bedenken: Mit Hebler und Krause können wir erst im Frühjahr rechnen.“

Dabei freut sich Bornemann nicht nur aufgrund der nahenden Transferaktivität bereits auf die Winterpause, wie er BTB zum Abschluss des Gespräches verrät: „Die Winterpause wird wichtig für uns, schließlich war die Sommerpause aufgrund der Relegation für viele Spieler ausgesprochen kurz.“ Davor soll aber der Weg zurück in die Seigerspur gefunden werden, wie Bornemann abschließend fordert: „Wir müssen vor den Weihnachtsmonaten unbedingt zurück in die Erfolgsspur. Dann lässt es sich in der spielfreien Zeit mit Sicherheit viel leichter arbeiten.“

Hannes Hilbrecht

Hannes Hilbrecht schreibt und schrieb nebenbei für ZEIT ONLINE, NDR.de und den Berliner Tagesspiegel. Füllt ein Marketing-Magazin mit Liebe (GrowSmarter.de) Und er liest eine spannende Case Story genauso gerne wie den neuen Roman von Ralf Rothmann.